Sonne und Licht

Nachdem wir uns gestern herzlich von Gift, Josef sowie Timbane, Sanele und ihren Eltern verabschiedet haben, fuhren wir wieder in Richtung Meer. Hoffentlich treffen wir die kleine Plaudertasche Sanele und ihre Familie in Europa mal wieder – danke für die interessanten Gespräche, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Im Kunstgewerbemarkt Plettenberg (neben dem portugiesischen Lokal) fanden wir viele hübsche Dinge, die weder ins Auto noch ins Flugzeug passen würden, weshalb wir dort kein Geld liessen: Keramik, handgewebte Bettwäsche, bunte Stoffe, Holz- und Glaswaren. Allein das Anschauen machte Spass.

Abends kamen wir dann im „Dolphins Hill“ in Knysna an. Wieder ein sehr herzlicher Empfang von Mike und Penny, die ausgezeichnete Gastgeber sind. Das Zimmer war ein Traum, mit Meersicht und einem kleinen Pool auf der Terrasse vor dem Fenster. Hier hätten wir es auch noch länger ausgehalten! Ausserdem war es mit 22 Grad wieder angenehm warm.

Am Morgen servierte uns Mike ein phantastisches Frühstück und wieder hatten wir den Blick zum Indischen Ozean. Die Neuigkeit des Tages: Nachts ist leider ein grosser Wal in der Nähe gestrandet, und das zog nicht nur Menschen, sondern auch die Haie an. Deshalb wurde die Küstenregion überwacht und niemand durfte ins Wasser. Wir trauten uns dennoch an den Strand und machten einen ausgedehnten Spaziergang. Bei optimalen Windbedingungen war leider kein Surfer unterwegs und niemand am Schwimmen. Wir konnten es trotzdem geniessen: die Sonne im Gesicht, den Wind in den Haaren, das warme Ozeanwasser bis zu den Knöcheln und das Salz auf den Lippen – einfach nur schön.

Unterwegs trafen wir noch ein Läuferpaar aus Housten(USA), die durch ihre Bosten-Marathon-Jacken auffielen. Jörg musste sie natürlich ansprechen und verkaufte ihnen doch glatt erst den Hamburg Marathon und als besten überhaupt, den Luzern Marathon. Mal sehen, vielleicht starten sie ja im Oktober zusammen mit Jörg in Luzern?

Nun sind wir bereits wieder auf der Rückreise nach Kapstadt. Unsere vorletzte Station ist Gansbai, wo sich nicht viele Touristen oder Reisende hin verirren. Mit der Whalesong Lodge haben wir ein weiteres ausgezeichnetes „Zuhause auf Zeit“ gefunden. Unser Bett steht direkt vor dem Fenster mit Blick auf die Bucht auf das bekannte Städtchen Hermanus. Über uns sehen wir wieder die Milchstrasse leuchten, mit dem vertrauten Orion und dem Kreuz des Südens. Bei solchen Aussichten mag man gar nicht einschleifen …

Wechseln wir den Autor, nun schreibe ich farbenblinder Jörg noch über Licht und Farbe. Bereits den gesamten Aufenthalt hier an Afrikas südlichem Ende fällt mir sehr die Färbung des Himmels und der Landschaft auf, es ist wohl so extrem, dass sogar mir Schattierung auffallen, die mir im Licht zu Haus entgehen. Heute war der Ozean grünblau, der Himmel dazu in verschiedensten Schattierungen von einem tiefen dunkelblau bis zu einem hellen Blau gefärbt. Ich will immer wieder dies mit der Kamera einfangen, aber die Bilder geben es nicht ausreichend wieder.

Ganz extrem wird es, wenn die Sonne versinkt. Alles glüht rot und dort, wo nur noch wenige Strahlen der Sonne den Boden erreichen, wird die Landschaft in kalter lavendelfarbenden Abstufung verblassend fast unreal. Klingt doll episch – ist aber wirklich beeindruckend. Und vom Nachthimmel mit einer wirklich unendlichen Menge an mehr und weniger leuchtstarken Punkten habe ich noch gar nicht geschrieben …

Noch einen erzählt bekommenden Läuferwitz zum Schluss, weil er so gut hier her passt. Mike, unser Guide beim Wandern, erklärte uns, dass es ein Fehler ist, beim Auftauchen eines Löwen wild davon zu laufen – damit wird man erst recht zu attraktiven Futter. Besser wäre es, stehen zu bleiben und den Löwen anzubrüllen. Gleiches erzählte ein Ranger seinem Gamewalk Gast. Als diese dann tatsächlich auf einen Löwen trafen, öffnete der Ranger seinen Rucksack, zog die Wanderschuhe aus und tauschte diese gegen ein paar Asics Laufschuhe. Der verdutzte Gast fragte, was denn nun mit dem Ratschlag wäre und ob der Ranger wirklich denkt, schneller als der Löwe rennen zu können. Der Ranger antwortete: Ich muss nicht schneller sein als der Löwe … 😉

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