Inhassoro

Das Autofahren und das, nach Möglichkeit im Hellen noch am Zielort ankommen wird zu unserem bestimmenden Thema 🙂

Gestartet sind wir heute allerdings ganz anders in den Tag … Kurz nach 6 Uhr standen wir auf, um den Höchststand in der Lagune noch für einen Schnorchel-Gang zu nutzen. Um halb sieben stiegen wir mit Flossen, Brille und Schnorchel ausgestattet ins ausreichend warme Wasser und schwammen zur mit einer kleinen Plattform gekennzeichneten Stelle in der Lagune und konnten dort an einen künstlich angelegten Riff (2 alte Jeeps und einige Reifen) wunderbar bunte und große Fische beobachten. Das Wasser war klar und durch die Brille war die Sicht auf das Riff ausgezeichnet. Christiane und Sebastian tauchten auch bis zum Grund … mir reichte die Draufsicht vollkommen aus. Zu beobachten gab es Kugelfische in klein und groß, gestreifte (z.B. gelb schwarz … Borussia Fans) und gepunktete Exemplare und einige Fische, die eher an Vögel mit buntem Gefieder erinnerten.

Das Zeitfenster war allerdings begrenzt, da gegen 7 Uhr das Wasser wieder aus der Lagune herausströmte und uns unweigerlich vom Riff wegtrug. Conny mühte sich sehr, überhaupt vom Fleck zu kommen, aber die Strömung wurde immer stärker und wir schwammen zurück zum Ufer.

Gegen 10 Uhr starteten wir zu unserem nächsten Ziel. Wir fuhren auf dem bereits erwähnten wilden Pfad 60 Kilometer durch die Mangroven Sümpfe, blickten auf die verzweigte und dicht mit Mangroven zugewachsene Lagune von einer Erhebung hinab und bewunderten die im Dunkeln so ganz anders wirkende „Strasse“. In 2 Stunden war diese Etappe gemeistert und wir erreichten die Kreuzung zur EN 1.

Die EN 1 führt recht gerade längs durch Mosambik. Von Maputo bis hinauf in den Norden. Sie ist der Hauptverkehrsweg in Mosambik, bestimmt die wichtigste Strasse im Land. Die Strasse gleicht einer mittelmäßigen Landstraße in Europa, meist schnurgerade und eine wirkliche Lebensader. Links und Rechts der Strasse wuselt es … Menschen und Tiere tauchen plötzlich auf. Ortschaften sind nicht immer sofort klar auszumachen. Oft deutete ein Sendemast darauf hin, dass wir uns einer Siedlung näherten. Handelt es sich tatsächlich um eine Siedlung, wird der Verkehr von 100 km/h zuerst auf 80 und dann 60 km/h mittels Hinweisschilder abgebremst. Daran sollte sich der Autofahrer halten … Wir rauschten heute mit überhöhter Geschwindigkeit in eine mobile Radarkontrolle und haben nun ein weiteres Andenken: unseren ersten und hoffentlich letzten mosambikanischen Strafzettel. Die Beamten waren recht entspannt unterwegs, füllten ewig irgendwelche Formulare aus und händigten uns dann für 1000 Medicas (ca. 25 €) unseren Straffzettel aus. Wer gefahren ist darf bis zu unserer Rückkehr vermutet und gern in den Kommentaren vermerkt werden (Begründung nicht vergessen :-))

Auf dieser Route fuhren wir bis zur Kreuzung nach Vilanculo (Kreuzungen sind gute Wegmarkierungen hier zum ungefähren Orientieren, wo man sich gerade befindet). Da uns noch eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg zurück von Tete hier fehlt, nutzen wir die Gelegenheit unsere Vorräte an Diesel, Getränken, Bargeld und Schokolade aufzufüllen und gleichzeitig zwei Zimmer für uns in dieser aufstrebenden Stadt zu organisieren … und wir waren bei allem erfolgreich. Der Bonus war ein Café (Kilimanscharo) mit kostenlosem Internet (WI-FI) um unseren Blog zu aktualisieren. Vilanculo ist das Tor zum touristischen Hotspot, dem Bazaruto Atoll, einer Inselgruppe, die der Stadt vorgelagert ist und mit exklusiven Ressorts aufwartet. Hierhin fliegen deren Gäste oder reisen mit dem großen 4×4 aus Südafrika an. Bis hier her ist Mosambik „erschlossen“.

Unser Weg führte uns aber noch weiter in den Norden. Auf dem Weg zurück zur EN 1 wurden wir nochmals von der Polizei von der Piste gewunken … diesmal allerdings nur zur Kontrolle unseres Blinklichtes – geht, geht nicht – Der Beamte sprach schon kein Englisch mehr und unsere sehr dürftigen Portugiesisch- Kenntnisse nervten ihn sichtlich. So winkte er uns ungeduldig aus seinem Blickfeld.

Schlagartig verändert sich die EN 1 nach dem Abzweig nach Vilanculo. Hatte die Strasse bisher noch links und rechts einen schmalen asphaltierten Streifen, der beim Ausweichen vor recht großen entgegenkommenden LKWs recht hilfreich war, so wurde der asphaltierte Teil der Strasse nun immer enger und brach links und rechts recht heftig auf einen Seitenstreifen aus Sand und Geröll ab. Diese Hauptverkehrsstraße ähnelt immer mehr einer sehr in die Jahre gekommenen, abgelegenen mitteleuropäischen Landstraße (Promille-Gässchen :-)) garniert mit den größten und tiefsten Schlaglöchern, die ich bisher gesehen habe … Und ich meine wirklich groß und tief. Das sorgt allerdings nicht dafür, dass die anderen Fahrzeuge langsamer oder vorsichtiger fahren. Gerade die Lastwagen brettern ungebremst über diese Piste und wir als Schwächere flüchten auf die Seite. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sank auf 60 km/h und ließ uns wieder erst in der Dunkelheit in Inhassoro ankommen.

Entschädigung für die anstrengende Fahrt war unsere Lodge „Casa Luna“ … wir werden erst morgen, bei Tageslicht alles entdecken können. Der Empfang war sehr warm und herzlich, wir schlafen in sehr komfortablen Zelten am Ortsrand oberhalb des Strandes. Hervorragend war das Abendessen mit einer Platte frisch gegrillten Fischs und Meeresfrüchten. Das Essen hatte einen wunderbaren portugiesischen Touch und wir werden uns morgen einen Vinho verde zum Essen gönnen.

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2 Gedanken zu “Inhassoro

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