Route 62

Ein Auto-Reise-Tag lag vor uns. Der Weg führte uns von Franschhoek über die Route 62, der längsten Weinstrasse der Welt, nach Oudtshoorn. Diese Route ist sehr lohnenswert: die Strassenführung bietet spektakuläre Ausblicke in die Landschaft der Kleinen Karoo. Die Kleine Karoo ist eine Wüste, durch die sich die Strasse auf schroffe Felsen empor schlängelt, dazwischen grüne Hügel hat und in den Tälern Wein- und Obstplantagen beherbergt. Wenn jemand eine spezielle und ganz besondere Tour mit dem Motorrad sucht, dann sollte er die Route 62 durch Südafrika unbedingt fahren. (Falls dies jemand von Euch in nächster Zukunft plant – wir sind dabei!)

Hübsche Orte strahlen mit ihren weissen kapholländischen oder viktorianischen Häusern in der Sonne: z.B. Montagu und Ladismith. In einem Farmstall (das sind Farmen mit einem Rastplatz an der Strasse) machten wir eine Kaffeepause und probierten (natürlich) den farmeigenen Wein. Wieder ein Syrah, der auf einer rauen Hochebene angebaut wurde, gefiel uns am besten. Da wir ja noch weiter mit dem Auto unterwegs sein wollten, nahmen wir nur ein winziges Schlückchen und eine Flasche für den Notfall (man/frau weiss ja nie, wann man den nächsten Wein bekommt…) mit.

Obligatorisch auf dieser Strecke ist der Stopp an Ronnie’s Sex Shop. Da auch Kinder mitlesen, berichten wir über das Angebot gern auf persönliche Nachfrage, wenn wir wieder zu Hause sind!

Nach 400 km und 6 Stunden Fahrt erreichten wir Oudtshoorn. Unsere Gastgeber, Dagmar und Wolfgang Beitz begrüssten uns sehr herzlich in ihrer Gästefarm Montana. Das Abendessen hier war eine sehr gemütliche Runde: eine spanische Grossfamilie und 3 deutsche Familien waren ebenfalls dabei. Wir hatten das Glück, neben Wolfgang zu sitzen. Uns interessierte, wie er als Deutscher hierher gekommen war. Und schon waren wir mitten im bislang interessantesten Gespräch hier. Wolfgang ist ein hervorragender Kenner Afrikas, hat er doch über 20 Jahre für die UNO im südlichen Afrika gearbeitet. Wir erhielten einen Schnellkurs in moderner südafrikanischer Geschichte von jemandem, der sie nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch teilweise aktiv mitgestaltet hat. Erstaunlich, welche Verknüpfungen es auch zu unserer eigenen Geschichte gibt. Das hätten wir wirklich nicht erwartet. Sollte Wolfgang über seine Erfahrungen und Geschichten ein Buch schreiben, dann müssten wir es unbedingt lesen. Wolfgang erzählte von politischen Persönlichkeiten, deren Namen wir aus unserem „Staatsbürgerkunde-Unterricht“ aus der Schule kennen.

In den letzten Tagen haben wir beide oft über Fragen zur Apartheit und der jetzigen Situation in Afrika diskutiert; ein paar neue Ansichten haben wir heute dazu gewonnen.

 

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