Gefangen in der Wildnis

Die Nacht war sehr unruhig. Es stürmte, und wer unsere Geschichten von früheren Reisen kennt, weiss, dass Conny ALLES, aber auch ALLES nachts hören kann. Auch wenn der Sturm an Fenstern und Türen rüttelte, der Regen auf die Veranda peitschte: es könnten auch Paviane gewesen sein, die am Haus zerrten. Von den Geräuschen ganz zu schweigen.

Nach dem Aufstehen sahen wir noch kurz die Sonne, danach war sie aber für heute verschwunden. Nach dem Frühstück regnete es in Strömen und die geplante Wanderung fiel buchstäblich ins Wasser. Zu allem Überfluss war auch noch das Feuerholz aufgebraucht und so sassen wir in T-Shirt, dickem Wollpulli,darüber eine Faserpelzjacke und eingemummelt in eine dicke Decke vor einem kleinen Gasradiator (dessen Wirkungsgrad einen halben Meter nicht überschritt) in unserem Häuschen und lasen unsere Bücher.

Eigentlich idyllisch, aber die Bauweise ist hier alles andere als für solche Witterungen ausgelegt: undichte Fenster, keine Dämmung und von Luft- oder Windichte ganz zu schweigen. So pfiff der Wind durch alle Ritzen und wir froren sehr.

Die Idee, den steilen Berg bei diesen sintflutartigen Regenfällen mit dem Corolla zu verlassen, verwarfen wir schnell: viel zu gefährlich, und selbst, wenn wir es heil nach unten geschafft hätten wäre eine Rückkehr unmöglich. Also harrten wir aus und hoffen, dass das Wetter sich morgen wieder beruhigt.

Der Höhepunkt an diesem Tag war das Abendessen. Lecker gekocht wie immer, aber dann kam noch eine deutsche Familie mit zwei afrikanischen Kindern. Die Kleinen freuten sich sehr, mal wieder Deutsch zu hören und mitreden zu können und so nahmen sie uns gleich in Beschlag. Es war ein lustiger Abend und wir haben nette, interessante Leute kennengelernt.

Wenn ihr dies gelesen habt, haben wir es geschafft, von „unserem“ Berg herunterzukommen.

 

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