Yes, we are Mzungu

Frische Früchte und ein ordentlicher Pott Kaffee – so lässt sich ein Tag wunderbar beginnen. Auch wenn man/frau im staubigen Vorgarten des Gästehauses neben dem noch staubigerem Jeep sitzt. Das Lounge-Eck ist von jungen, arroganten Israelis besetzt und wir hatten keine Lust auf eine Auseinandersetzung. Mambo und Ischa (die beiden Hunde, die uns nachts bewachen) gefiel es bei uns auch besser – schon weil für sie auch ab und an ein Stück Brot abfiel.
So machten wir uns zusammen mit Senior Eusebius, einem jungen Mosambikaner, auf den Weg zum Cabeça do Velho, dem Berg mit dem Profil eines alten Mannes. Quer durch die Stadt, mitten durch die Bairro (Wohnviertel) und Marktstände. Die Kinder kamen angelaufen und riefen „Mzungo!“ (Weisse in der Shona Sprache), was fast wie ein Schlachtruf klang. Viele liefen mit uns mit, lachten und freuten sich, wenn wir ihnen die Hände schüttelten und winkten.
Der Aufstieg war dann beschwerlich: wir schwitzten und schnauften. Unterwegs trafen wir viele Menschen, die beteten, sangen oder in kleinen Rinnsalen ihre Wäsche wuschen. Auf dem Gipfelplateau wurden wir mit einem grandiosen Rund-Um-Blick belohnt. Vom Tal her hörten wir das fröhliche Treiben der Menschen und zu unseren Füssen tummelten sich große und kleine Echsen. Beim Abstieg trafen wir zwei junge Simbabwanerinnen, Pastor Rose und Pastor Hanny, die sich ein Plätzchen zum Beten suchen wollten. Sie sind gerade dabei, ihre neu gegründete Religion in Mosambik bekannt zu machen. Deshalb bekam auch jeder von uns eine Visitenkarte ihres Messias mit Internet- und E-Mail-Adresse und ihre Handy-Nummern. Wir sollten sie bald in Simbabwe besuchen und können uns jederzeit bei ihnen melden … (Wir überlegen es uns, vielleicht im nächsten Leben ;)). Außerdem sollten wir unbedingt ein Foto von ihnen und uns machen und es ihnen natürlich auch senden. Wir kamen nicht darum herum, ebenfalls eine E-Mail-Adresse anzugeben, bevor wir uns von ihnen verabschiedeten.
Wieder in der Stadt gab es ein großes „Hallo“ und irgendwann hörten wir sogar „Wie geht’s ?“ auf deutsch. Es interessierte uns natürlich sehr, wer uns da ansprach. Seinen mosambikanischen Namen verstanden wir leider nicht, jedoch dass er in Leipzig und Luckenwalde im Maschinenbau arbeitete. Später hatte er einen Job am Flughafen von Chimoio und nun kümmerte er sich um seine Familie. Er war stolz und glücklich, wieder deutsch zu sprechen und lud uns für Freitag auf ein Bier ein … Leider geht es für uns morgen weiter Richtung Meer zu zwei Schweizern, die in den Dünen eine kleine Lodge betreiben.

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