Kulturschock, die Zweite …

Wir sind wieder zurück in Südafrika und fahren auf einer emotionalen Achterbahn … Freude über das wieder nach Hause kommen, das Gefühl von europäischer Sicherheit … und auf der anderen Seite ein spürbarer Schmerz vom nahenden Ende unserer Reise und dem Abschied vom „wirklichen“ Afrika-Erlebnis Mosambik.

Der gestrige Tag war genau richtig. Alles hat problemlos geklappt und uns den schwerfallenden Abschied vom Machampane Camp und dem tollen Team leichter gemacht. Nach dem frühen Frühstück, letzen Tipps für die zu fahrende Route und einem schmerzlich herzlichen Abschied von allen, schnappte Teresa, die uns bisher wunderbar bekochte, den nicht gerade leichten Rucksack von Sebastian, balancierte diesen mühelos auf dem Kopf aus und lief zu unserem Jeep … noch ein Bild mehr für unser Erinnerungskopfkino zu Hause.

Die 29 Kilometer lange Piste zum Grenzübergang mitten im Busch war knüppelhart und einsam. Nach ca. 1 Stunde Fahrt tauchten die neuen kleinen Gebäude des Grenzposten und Eingangs zum Krüger National Park auf … einsam und so ruhig. Was für ein Unterschied zu unserer Einreise. Die Formularitäten waren schnell und problemlos erledigt. Ein kurzer Blick auf unsere Taschen und es ging weiter auf die südafrikanische Seite.

Eine kleine Geschichte lohnt sich noch dazu zu erzählen. Bei unserer Ausreise traten zwei einreisende Südafrikaner an den Schalter und freuten sich darüber, dass es nun auch hier auf der mosambikanischen Seite der Wildnis Scanner für die Pässe gibt. Das bestätigte der mosambikanische Beamte auch, allerdings mit einem Schulterzucken und der Aussage, dass die Geräte offline sind … somit wurden unsere Angaben ausführlich in ein riesiges Buch von Hand geschrieben … das ist Mosambik ;-)! Der südafrikanische Grenzposten liegt Wand an Wand zum mosambikanischen, natürlich arbeiteten hier die Scanner problemlos.

Nach weiteren 30 Kilometern Gravel Route erreichten wir die geteerte Hauptstrecke durch den berühmten Krüger Park und „cruisten“ gemütlich an Zebras, Giraffen, Elefanten, Antilopen, Kudu, Warzenschwein, Geier, Nilpferden, Nashörnern (nur von hinten gesehen gilt auch, oder?) vorbei durch den Park. Mehrheitlich sind ältere Weisse in allen Arten von Autos hier unterwegs. Wir sahen sowohl Leute in VW Polo wie auch in der Mercedes S Klasse durch diesen Tierpark von der Grösse Schleswig Holsteins fahren. Die Camps sind mit Starkstromkabeln gesichert und die volle Zivilisation prasselte auf uns ein. Ein bunter übervoller Shop, bunte T-Shirt-Träger, die sich enttäuscht darüber unterhielten, dass es zur morgendlichen Ausfahrt noch keine Löwen gab …

Natürlich ist der Park wunderschön, besuchenswert und eine notwendige Einrichtung zum Schutz der Tiere … aber er war eben auch ein kleiner Kulturschock für uns, wieder zurück in unserer Welt.

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