30/08/2014 Britanniahütte und Hohlaubgletscher

Beginnen wir wieder mit dem Schlafen – diese Nacht war man(n) so k.o., dass man trotz der widrigen Umstände einigermassen schlafen konnte. Das Wecken gegen dreiviertel fünf war nicht mehr ganz so grausam wie noch am Tag zuvor und das nicht unbedingt backofenfrische Brot mit der einen Sorte Schmierkäse plus dem Muckefuck (Muckefuck) köstlich.

Munter wird man schlagartig, wenn man in die sternenklare Nacht hinaus tritt und die Kühle Dir entgegen schlägt. Das morgendliche Anziehen der leicht klammen Sachen, das Anlegen der Kletterausrüstung, die Kontrolle ob man Seil, Steigeisen und Pickel dabei hat – mutet archaisch, fast militärisch an. Alle legen Ausrüstungsgegenstände an und kontrollieren nochmals Vollständigkeit und Funktion. Die Ruhe die in all dem liegt – keine Hektik – beeindruckt mich und zieht sich durch die Tage als roter Faden durch. Alles wirkt wohl überlegt und schafft so Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen und die Führung.

Unsere Vormittagsrunde war eine sehr gute Kombination von Ausbildung und richtigen Bergsteigen. Bereits am Vorabend haben wir mittels Karte und Kompass uns einen zwar namenlosen, aber trotzdem beachtlichen Gipfel ausgesucht und unsere Tour vorab geplant. Ziel war eine steile Erhebung von 3600 Metern, deren Flanke vom Hohlaubgletscher aus erklettert werden sollte.

Zuerst querten wir den Hausgletscher unter der Britanniahütte und diesmal durfte ich als „Scout“ die Gruppe führen. Am Grat des Berges fanden wir uns nun in 2er Seilschaften ein und ich durfte mit Thomas die nicht allzu anspruchsvolle Wand hinaufklettern. Ein bis zwei exponiertere Stellen hatte es – aber ansonsten war das Klettern am kurzen Seil recht entspannt und weniger mühevoll als der gestrige Aufstieg auf das Fluchthorn.

Beim Abstieg führten wir, nun viel aufmerksamer als gestern, noch einige Übungen am Berg aus – das Bewegen auf steilen Schneehängen, schnelles Absteigen (immer noch zu schnell für mich und eher ein rutschen als laufen) und das Retten in der 2er Gruppe, wenn dein Partner im Schnee vor oder hinter dir im Hang wegrutscht.

Gegen Mittag waren wir wieder auf der Hütte und genossen ein gutes, frisch zubereitetes Rösti. Der Nachmittag war wieder für die Ausbildung reserviert und wir durften die Selbstrettung aus einer Gletscherspalte mit verschiedenen Techniken trainieren. Dies machte besonders Thomas Spass, der mehr als einmal das Seil mit Elan hinauf kletterte oder sich zog. Nun gehört noch der Kreuzklemmknoten und der Prohaska Knoten zu meinem „Knöpfe“ Repertoire.

Am Abend war die Britanniahütte voll und meine Frage, ob es getrennte Schlafräume für Frauen und Männer gäbe, beantwortete sich von selbst – bunt gemischt waren alle 11 Kojen in unserem Raum belegt. Alle wollen morgen auf Ihren Gipfel.

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