Ankunft in Moskau, 29. August 2015

imageAnderthalb Tage sind wir nun in Moskau und liegen mit müden Beinen und brennenden Füssen im so weichen Hotelbett. Von Null auf Hundert, vom Alltag in den „Reisemodus“. Leicht gestresst vom riesigen Abflugverkehr in Zürich erreichten wir fast auf die letzte Minute unseren Flieger und konnten bei super Sicht unsere Kenntnisse in Geographie testen … Bodensee mit Konstanz, Garmisch Partenkirchen, Prag und Breslau sahen wir aus dem runden Flugzeugfenster unter uns dahin gleiten. Dann wurden die Wälder grösser und schnurgerade Trassen durchschnitten sie.

Mit einer letzten Kurve und tiefen Regenwolken sind wir dann in Moskau gelandet. Ein sehr angenehmer Flug. Die Einreiseformalitäten waren einfach und die russischen Beamtinnen schauten grimmig, gelangweilt in unsere Reisepässe. Kurz hielten wir am Gepäckband die Luft an, konnten aber glücklich mit unseren beiden Taschen den Aeroexpress in die Innenstadt erreichen. Unsere Grundkenntnisse der kyrillischen Zeichen vereinfachen die Orientierung ungemein.

An der ersten Station der Metro am äusseren Ring Moskaus versorgten wir uns mit dem höchsten Betrag an Bargeld, den uns der Automat geben wollte: 5’000,- Rubel in einem Stück, ungefähr 175,- €. Damit kauften wir uns in einem kleinen Kiosk zwei Dosen Pepsi. Die etwas ältere Dame hinter dem Tresen schüttelte erst ungläubig den Kopf über die riesige Note, hielt sie ins Licht und prüfte durch mehrmaliges Wenden die Echtheit. Schliesslich wackelte sie davon und kam wenig später mit einem Stapel Geldscheine wieder zurück. Meine russische Entschuldigung „Iswininitje“ erwiderte sie mit einem Lächeln und zählte mir dann das Wechselgeld auf Russisch vor.

So machten wir uns auf in die Metro Moskaus. Mit insgesamt 46 kg Gepäck nicht ganz so einfach, da es keine Fahrstühle und nur ab und an abgeschrägte Treppen gibt. Dafür gefühlt kilometerlange Rolltreppen. Am Anfang klappte die Orientierung noch nicht so gut, wir brauchten noch unsere Zeit, um Stationen und Richtungen zu lesen. Mittlerweile sind wir schon besser, wir haben die Schublade „Russisch“ in unseren Köpfen wiedergefunden 😉

Nach einer kleinen Odyssee durch den Moskauer Untergrund strandeten wir an der Kursker Station. Unsere Endstation „Baumanskaya“ war auf sämtlichen Plänen durchgestrichen. In unserem Reiseführer natürlich nicht. Auf einem Schild erfuhren wir den Grund: seit Mitte Februar diesen Jahres wird die ca. 70 Jahre alte Station restauriert. Wie sollten wir nun zum Hotel kommen? Mittlerweile war es schon dunkel, aber ein Taxi wollten wir nicht nehmen. Also machten wir uns zu Fuß und dem Stadtplan in der Hand auf. Im Internet las ich einmal, daß Moskau zu den am wenigsten beleuchteten Städte gehört – naja, dunkel war es wirklich unterwegs. Erschwerend kamen noch die vielen aufgerissen Fusswege dazu, sodaß wir oft auf die Gut befahrenen Straßen ausweichen mußten. Offensichtlich gibt es momentan eine Initiative in Moskau: Schöner unsere Fusswege! Geschafft haben wir es dann doch. Knapp eine Stunde wanderten wir durch dunkle Ecken, bis wir müde im Hotel Baumanskaya ankamen. Der freundliche Herr an der Reception wollte gar nicht verstehen, warum wir nicht einfach den kostenlosen Shuttlebus genutzt hatten. „So easy“, wie er meinte! Die Hinweisschilder dazu müssen wir übersehen haben 😁. Ende gut, alles gut: bei einem wirklich perfekten Burger im angrenzenden Grillrestaurant konnten unsere Ferien nun richtig beginnen!

2 Gedanken zu “Ankunft in Moskau, 29. August 2015

  1. ja das kommt mir alles sehr bekannt vor.
    Sorry das mit der Bausstelle bei der Metro hätte ich euch vielleicht auch sagen können. Wir mussten deshalb bei der Rückreise ziemlich bangen, ob wir unseren Flieger noch bekommen würden….
    Aber Fakt ist, mann bekommt einen gleich viel besser gelaunte Russen, wenn man es auf russisch probiert. Dummerweise sind sie dann der Meinung man könne Ihre Sprache auch perfekt und reden dann ohne Punkt und Komma ;o)
    Genießt die Leute, sie sind wirklich nett und habt weiterhin eine schöne Zeit.
    Liebe Grüße

    Sandra

    1. Jetzt kommst Du mit den wichtigen Informationen 😉😀 … So was macht das reisen doch aus! Und ja, mit dem Russisch ist es so … Ich sage доброй утро und dann muss Conny übernehmen … Wir sind dann mal in der Transsib 😁

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