Klänge aus der Vergangenheit

… Und damit meinen wir nicht die quietschende, rumpelnde Strassenbahn vor unserem Zimmerfenster, oder den an Hoyerswerda erinnerenden Busbahnhof … das ist der Sound einer 10 Millionen Metropole.

Beim letzten Abendessen im Restaurant „Die kaukasische Geisel“ (benannt und ausgestattet nach einem bekannten russischen Kriminalfilm) spielte eine Liveband russische Schlager. Unter anderem auch „мне будильник“, (Mein Nachbar). Dieses ukrainische Lied kenne ich aus meiner Schulzeit: es war hier in den 60er Jahren ein Gassenhauer und wir lernten es 20 Jahre später im Musikunterricht. Das Lied und auch das Video wollen wir hier nicht vorenthalten: Mein Nachbar

Im Lied geht es um einen fröhlichen neuen Nachbarn, der Musikstudent ist und Frohsinn verbreitet, indem er „Jeden Morgen kurz nach sieben…“ Auf seinem Instrument spielt: Pa, pa, da ba da …..

Die Interpretin B. Potemkin singt übrigens vor der Lenin Bibliothek, die heute natürlich noch genau so aussieht.

Und dann war da noch „Let’s kiss“ oder „Letna enka“ auf Russisch, das uns nun ständig hinterher läuft 🎶🎶🎶, nachdem wir es auf einer Kinderveranstaltung im „Haus des Kindes“ gehört hatten. Wir hofften sehr darauf, daß sie mit den Kindern den Tanz aufführten, aber Väterchen Frost kam dazwischen und mußte unbedingt noch eine Geschichte erzählen …

Auch hier eine Version aus den Sechzigern:  Letka enka An alle, die an unserem nächsten großen Fest dabei sind: schon mal üben: rechts, links, vor und dann zurück ….👯👯👯👯
Aber wir waren nicht nur am Singen. Gestern besuchten wir noch eins der Stalin-Kleckerburg-Hochhäuser. Diese werden auch die sieben Schwestern genannt und dominieren das Stadtbild von Moskau sehr. Das grösste der sieben Gebäude kannten wir noch aus unserem Russisch-Unterricht: das Hochhaus der Moskauer Universität mit dem Namen eines der letzten Universalgelehrten Lomonossov. Ein sehr lohnenswertes Ziel etwas ausserhalb des unmittelbaren Stadtzentrums. Die Metro-Linie 1 rummelt recht lange laut quietschend durch immer anders gestaltete Stationen.

Das Uni-Hochhaus ist ein wuchtiger Klotz, der imperiale Macht ausstrahlt. Du stehst als ganz kleiner unwissender Mensch vor den Pforten der Bildung. Ideal-Menschen aus Bronze sitzen mit ernstem Blick in Bücher vertieft davor und studieren für den Sieg der Weltrevolution … es wirkt ähnlich bombastisch, wie unser deutsches Architektur-Erbe von vor über 70 Jahren.

Vor der Uni liegt der Gorki-Park über der Moskwa und bietet ein wunderbares Panorama der Stadt. Das genossen wir mit einem Eis am Stiel, dass wieder an unsere Kindheit erinnerte …

2 Gedanken zu “Klänge aus der Vergangenheit

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