Kein Foto davon!

Bevor wir unsere fortschreitende „Verbuschung“ nicht mehr aufhalten können, wird es Zeit, aufzubrechen. Unsere letzte Stunde im Jurten-Camp. Gleich wird der Gong geschlagen, wir essen zu Mittag und dann wartet unser geländegängiger, mausgrauer, russischer Minibus auf uns und bringt uns zurück in die Zivilisation von Ulan Bator. Unser bester Stop bisher auf unserer Reise, um viele Erfahrungen reicher und mit neuem Fernweh in Kopf und Bauch.

Den Vormittag nutzten wir beide noch um eine kleine Runde um unseren Wohnsitz auf Zeit zu drehen. Noch sind wir beide nicht hundertprozentig fit und vor allem Conny wird von der festsitzenden Erkältung noch recht geplagt. Wir sind verweichlicht und schniefen hustend herum, bloss weil die Temperatur vor der Jurte nachts deutlich unter Null liegt (in der Jurte friert zumindest noch nicht das Wasser ein 😁). Daher nur eine kurze Wanderung. Hinunter vom Platau zum rauschenden Fluss. Mit uns, auf dem gleichem Weg, war einer der mongolischen Männer unseres Camps unterwegs. Er sass oben auf seiner vom  Yak gezogenen Karre neben einem grossen Metallfass. Als unser Treck das Flussufer erreichte rumpelte die Karre mit dem Yak voran und dem älteren, wettergegerbten, braunhäutigen Mongolen oben drauf mitten in den Fluss hinein. Das Yak stillte seinen Durst und der Mann schöpfte mit einem grossen zerbeulten  Aluminiumeimer Wasser aus dem strömenden Fluss. Dabei stand er fest auf den wenigen Brettern seiner Karre und tauchte beständig den Eimer ins Wasser, zog mit ächzenden Lauten den gut gefüllten Trog wieder heraus und füllte das Wasser, ohne seinen dicken grünen Deel/Mantel nass zumachen, in die Öffnung des grossen Tanks. Ein archaisches Bild! Eine Symphonie der Farben! Das fast schwarze Yak im blau glitzernden Flusswasser! Der Alte im bestickten grünen Deel mit buntem Innenfutter. Die besonnte braun-rot-grün-gelbe Landschaft vor und hinter dem Fluss. Und darüber der nur wenig weiss gefleckte blaue Himmel. Was für ein Bild, für immer im Kopf … aber kein Foto davon!

Ein Gedanke zu “Kein Foto davon!

  1. Ich versuchs nochmal…
    Sooooo schöne Bilder und Texte!
    Schreibt doch wirklich mal ein Buch….
    Nun hoffe ich, dass trotz „dem sich spüren“, die Erkältung langsam nachlässt….
    Liebe Grüsse
    Barbara

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