Abschied und Willkommen

Unser erster Besuch eines Ryokans ging zu Ende. Wir beglichen unsere Rechnung und unser Gastvater, na sagen wir lieber Gastgroßvater überreichte uns zum Abschied ein Gläschen selbstgemachte Marmelade. Weil es uns im Yudanaka Onsen Seifuso so gefallen hat, schenkte ich ihm Schokoladentäfelchen mit Schweizer Motiven. Mit der darauf folgenden Reaktion hatte ich nicht gerechnet: Überschwänglich, wie es nur Japaner können, bedankte er sich. Voller Interesse studierte er die Bilder: „Mountains“. Ich nickte und erwiderte: „Das Matterhorn“. Seine Augen begannen zu leuchten. Aufgeregt plapperte er auf Japanisch, ging etwas in die Knie und faßte zwei imaginäre Skistöcke. Er zeigte mir, wie er die Hänge hinunter saust und sagte, daß die Schweizer ja sehr gut darin wären! Aufgeregt rief er nach seiner Frau. Die kam sehr langsam angeschlurft, auch sie war schon sehr alt. Gemeinsam schauten sie die Bilder an. Auch sie lächelte und zupfte dann aus einer Schublade zwei Tütchen mit Geleebonbons heraus, die sie erst ihrem Mann übergab mit der Bitte, uns die Geschenke weiterzureichen. Das Ganze war sehr rührend. Als wir gingen, standen beide an der Tür und winkten uns lange nach.

Also machten wir uns wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel hieß Kanazawa. Die Reise mit dem Shinkanen ist sehr entspannt. Die Landschaft fliegt am Fenster vorbei – bei ca. 380 km/h hat man kaum Zeit, Details aufzunehmen. Ausserdem werden die Bilder immer wieder durch längere Tunnelabschnitte und Schallschutzwände unterbrochen. Aber die herrliche Blütenpracht erkennt man überall!

Eingang Bahnhof Kanazawa

Nach einer kurzen Wanderung vom Bahnhof sind wir auch schon im Hotel angekommen. Was für eine Begrüßung! Zu dritt warteten die jungen Frauen in strengen Kostümen am Eingang. Eine erledigte mit uns die Anmeldeformalitäten, die zweite servierte uns feinen japanischen Grüntee und die dritte assistierte. Dann folgte die Einweisung in die Verhaltensregeln dieses Hotels: mit Bildern erklärten sie uns, wann und wo welche Schuhe getragen werden, wo der Yokatan, der auf unserem Zimmer auf uns wartete, getragen wird (und wo nicht) und welches der vielen Sachen der Pyjama ist, der auf keinen Fall außerhalb unseres Zimmers zu tragen ist. Oje, ganz schön kompliziert 😬 Aber wir schafften das!

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