Hund und Katze

Bist Du in Tbilisi unterwegs fallen Dir unweigerlich die vielen Hunde und Katzen auf. Den Tieren begegnest Du überall. Die zierlichen Katzen liegen sehr fotogen mitten in Tordurchfahrten, „containern“ in den halb geschlossenen Müllcontainern, purzeln als Katzenbabys übereinander und springen Dich (als Graffiti) von den Wänden an. Die Strassen Kater und Katzen führen ein hartes Leben … sind von nächtlichen Kämpfen teilweise sehr zerrupft.

Dagegen dösen die Hunde meist an schattigen Plätzen, auch wenn dieser gewählte Liegeplatz der stark frequentierte Eingang zu Metro ist. Offensichtlich gehören die Tiere nur sich selbst. Zwar trägt jeder der Hunde ein Piercing (eine runde, bezifferte Marke) in einem seiner Schlappohren, aber keine sonstigen Zeichen, dass sich irgendjemand als Besitzer dieses Hundes fühlt. Uns ist niemand aufgefallen, der sich an den Hunden stört … sie gehören einfach zum Stadtbild.

Nachdem wir am ersten Tag in Tbilisi einen neuen Schritte-Rekord mit fast 35’000 Schritten auf dem harten Pflaster der Stadt aufgestellt haben nutzen wir nun begeistert die Metro (U-Bahn sagen wir im Berliner Raum dazu😉). Unsere ersten zögerlichen Versuche dem Fahrkarten Automat ein Ticket zu entlocken scheiterten zwar, aber sofort half uns ein freundliches, jüngeres Pärchen. Die Sprach-Barriere spielte keine grosse Rolle … unser Begehr sehr offensichtlich. Wir haben nun eine elektronische Fahrkarte mit einem Guthaben von 20 Lari (7 Euro) und können damit entweder 40 mal die Metro oder die Seilbahnen nutzen. Zuerst bucht man an der elektrischen Schranke das entsprechende Guthaben ab und dann geht es tief hinunter. Zirka 2 Minuten dauert die Fahrt auf einer rumpelnden Rolltreppe hinab. Mit einem infernalen Fauchen und flackernden Lichtern kündigt sich die heran rasende Bahn an, spuckt Menschen aus, verschluckt dich und verschwindet rasend schnell wieder im „Kaninchenbau“ … gehört unbedingt zu den 10 Dingen, die man in Tbilisi erleben muss.

Und was wären die anderen 9 Dinge die es noch zu erleben gäbe? Eine kleine persönliche Auswahl:

Mit offenen Augen durch die Stadt spazieren. Die Stadt hat ihren Charme. Nicht eine überwältigende Pracht. Es sind die kleinen, eventuell nur für uns interessanten Ecken. Der ruhige und kühle botanische Garten … eine Oase in der doch gut besuchten und gerade sehr heissen Stadt. Die grauen Häuserzeilen, die uns an unsere Städte zuhause erinnern, vor inzwischen 30 Jahren.

Unbedingt empfehlen wir auch einen Spaziergang durch das sehr gut renovierte alte jüdische Viertel zwischen der unteren und oberen Betlemi Kirche. Über steile Treppen und schmale Kopfstein Gassen geht es hinauf und hinab an mehr oder weniger renovierten Häusern mit wunderbaren Holzveranden vorbei. Diese sind entweder „nur“ mit Schnitzereien verziert oder noch farbenfroh bunt gestaltet. Ein Ort, den auch eine deutsche Architektur Studiengruppe interessant findet und wir dürfen in verschiedene Skizzenbücher einen flüchtigen Blick beim vorbei gehen werfen.

Und dann kann man in Tbilisi auch wunderbar etwas für den Körper und den Geist tun: Essen, trinken und baden …

Zum Thema Essen und Wein werden wir uns bestimmt noch später, wenn wir die georgische Küche noch besser kennenlernen durften, äussern. Aber festhalten können wir … Kachapuri (mehr Käse als Teigfladen) ist schweinelecker.

Wie im Blog zuvor angekündigt, ist Tbilisi ebenfalls ein idealer Ort um unserer Leidenschaft warm bzw. heiss baden zu frönen. Neben dem Betlemi Viertel beginnt das Area, wo seid hunderten Jahren das warme, schwefelhaltige Wasser für orientalische Badetempel genutzt wird. Nicht ganz der schicke Hamam von Zürich, es erwartet Dich in den meisten Badehäusern ein eher herber Charme … aber es ist göttlich dort eine Stunde zu verbringen.

Nachdem wir einen Baderaum für uns beide ausgesucht und bezahlt haben, schlossen wir die Tür hinter uns und haben zwei Gewölbe Kellerräume für uns. Im ersten Raum entkleiden wir uns … die dort stehende Couch lädt uns nicht dazu ein, länger hier zu sitzen. Im nächsten Raum wartet eine Steinliege und ein grösseres Tauchbecken auf uns. Das Wasser ist mit 38 Grad gerade richtig badewannenwarm … riecht aber recht intensiv nach Schwefel. Nachdem wir nun eine halbe Stunde im warmen Wasser verbracht haben und uns wundern, ob die mitgebuchte Peeling Anwendung vergessen wurde, klopft es energisch an der Tür. Wir Anfänger haben zu sehr auf unsere Privatsphäre geachtet und die Tür selbstverständlich verschlossen.

Jetzt stapft eine kräftige, resolute Badefrau in unserem Gewölbe mit einem Wischeimer, gefüllt mit Utensilien herum und kommandiert Conny auf die Steinliege. Im warmen Wasser liegend darf ich zusehen, wie Conny von oben bis unten und von vorn und hinten mit einem Rassaul Handschuh grob abgerieben, mit dem Wischeimer übergossen und noch eingeschäumt wird. Nach 10 Minuten verschwindet die Madame mit ihrem Eimer wieder und Conny steigt, puderrot gerieben, wieder zu mir ins Wasser zurück. Aber ich komme um die Behandlung nicht herum … es klopft wieder an der Tür und ein drahtiger, älterer Mann kommandiert mich auf die Steinliege … Aua!!!!

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