#Ferien des Konjuktivs

Wenn wir hätten können, wie wir gewollt hätten … leider fangen in den letzten 8 Wochen viele Aussagen so an. Auch bei uns. Eigentlich wären wir jetzt in Amman, der Hauptstadt von Jordanien und würden uns morgen auf den Weg in die Einsamkeit der Wüste machen, aber …

… unsere Badestelle bei Schenkon am Sempacher See

Statt dessen stehen seit 8 Wochen diese riesigen Weltplakate überall in der Landschaft und ermahnen uns, dass wir gerade in aussergewöhnlichen Zeiten leben. Wir passen uns an und haben unsere geplante Reise in den gerade gar nicht so „Nahen“ Osten gestrichen und alle Unterkünfte und Flüge stornieren können. Nun machen wir 3 Wochen „Corona-Ferien“ um die erweiterte Haustür herum. Aber wir wollen unsere Reiserituale trotzdem beibehalten und:

  • Fotografieren und bloggen
  • Neues versuchen und entdecken
  • Regionale Spezialitäten probieren
Kirchbühl oberhalb von Sempach

Wir wandern mit einem kalten Wind im Gesicht das Ufer des Sempacher Sees entlang und steigen zum Römerweg hinauf. An Eich vorbei erreichen wir nach eineinhalb Stunden Kirchbühl oberhalb von Sempach. Der Weg war „früher“ meine Standardlaufrunde um den Sempacher See herum. Damals ging es um eine gute „Pace“ und ein Stop an der romanischen Kapelle war undenkbar. Heute sind wir gemütlicher unterwegs und die Türe der idyllisch gelegenen St. Martin Kirche lässt sich öffnen.

St. Martin auf Kirchbühl

Die Grundmauern der Kirche und das Hauptschiff stammen aus dem 10. Jahrhundert und somit ist es eine der ältesten Kirchen im Kanton Luzern. Noch bevor die Kirche gebaut wurde stand hier oben ein römischer Gutshof … verständlich bei dieser privilegierten Aussicht auf den See und in die Zentralschweizer Alpen. Heute ist der Himmel allerdings von Wolken bedeckt und von unseren Hausbergen Rigi und Pilatus sind gerade noch die Sockel zu erahnen.

… treffende Zeilen waren aufgeschlagen:
Markus: Der Löwe
Vernehmbar brüllen!
Aufbrechen!
Wege bereiten!
Ganz anders leben!
Nicht resignieren!
Mutig
das Dennoch wagen!
Andere Werte!
Andere Wege!
Andere Perspektiven!

In Sempach angekommen folgen wir unserem Reiseritual und besuchen einen örtlichen Bäcker. Das Brot ist uns bereits bekannt (der Bäcker hat auch eine Filiale an unserem Arbeitsort Ruswil 😉) so dass wir uns mit etwas Süssem stärken.

Sempacher See

Der Sempacher See Weg ist zum Glück wieder offen für Wanderer. In den letzten Wochen waren leider viele Zugänge und Wege am See mit Absperrbändern und Zäunen unzugänglich gemacht worden, um grössere Menschenansammlungen zu verhindern. An normalen Tagen, besonders an Wochenenden musste ich meist Slalom um die vielen Spaziergänger herum joggen … heute gehört der Weg und der fotogene Steg in den See hinaus uns allein.

… allein, allein!

Eine Wanderung braucht ein Ziel … jedenfalls für mich (Jörg) unbedingt. Unser heutiger Endpunkt der Wanderung ist die Vogelwarte Sempach, genauer deren Besucherzentrum am Seeufer. Wir bedienen das Vorurteil, dass das Naheliegende oft vernachlässigt wird, hier voll. Wir waren noch nie in diesem Museum … ganz klar ein Fehler. Das Gebäude ist ein architektonisches „Schmankerl“ und die Ausstellung verdient das Prädikat „besonders lehrreich“. Auf sehr spielerische Art und Weise erfahren wir in nicht zu vielen Räumen und wenigen guten Exponaten sehr viel über unsere heimischen Vögel. Besonders beeindruckend war eine „Käsestullen“ Säule, die verdeutlicht, wieviel Energie ein kleiner Vogel wie eine Meise braucht, um durch einen Tag zu kommen … ein 3 Meter hoher Stapel aus Tostbrotscheiben und Käse 🙂

Sempacher Vogelwarte … Lehmbau Wand Nest

Die Wände des Museums stellen eine wunderbare Verbindung zum Nestbau der Vögel her … grob gestampfter Lehm. Wir empfehlen unbedingt den Besuch der Vogelwarte. Vieles wird multimedial auf spielerische Weise vermittelt und ich habe ab jetzt einen Lieblingsvogel: den Eichelhäher!

Sempacher Vogelwarte … Nestbau und Brut
Sempacher Vogelwarte … Futter für viele hungrige Schnäbel
Sempacher Vogelwarte … Origami Zugvögel
Sempacher Vogelwarte … König der Lüfte!

2 Gedanken zu “#Ferien des Konjuktivs

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