Strasse ins „Nichts“

Schnurgerade zieht sich die Strasse dahin. Einzige Abwechslung sind kleine Dünen über die die Strasse kurz ansteigt und wieder ins nächste lange Wellental absinkt. Die Nachmittagssonne bescheint die Strasse kräftig und lässt die Luft darüber flirren. Wir haben das Gefühl, wir rollen ins „Nichts“.

200 Strassenkilometer, fast ohne Kurven, führen uns von Windhoek weg hinein in die Kalahari. Vorgesten noch sind wir bei Schneefall in Sursee in den Zug gestiegen, unser erstes Flugzeug für die Strecke nach Frankfurt musste noch enteist werden … und jetzt rollen wir bei 30° Aussentemperatur durch die scheinbar endlose Weite Namibias.

Unseren lang ersehnten ersten Tag im südlichen Afrika haben wir ruhig in Windhoek verbracht. Geldtausch und Kauf einer namibischen SIM Karte für unseren Router klappten wunderbar. Die Aktivierung der Karte brauchte etwas mehr Aufwand :-). Bereits bei unserer ersten Namibia Reise starteten wir mit einer Übernachtung im Guesthouse „Olive Grove“ … für uns ein toller Platz mit „cosy“ Zimmern um anzukommen und in der ersten Nacht den 10 stündigen Nachtflug (mit wenig bis keinem Schlaf) zu verdauen. Wir erfrischten uns im kleinen Pool, trafen auf die Reiseagentin, die uns letzte Infos zu unser geplanten Route gab und konnten ein sehr gutes Dinner am Abend geniessen. Das Guesthouse liegt in einer ruhigen Seitenstrasse von Klein Windhoek. Das überschaubare Stadtzentrum ist zu Fuss in 30 Minuten erreichbar und bietet einem wilden Mix aus neu errichteten Hochhäusern (hässliche Kommerz Architektur) und versprengt liegenden Architektur Relikten aus der deutschen Kolonialzeit. Ein Rundgang ist in einer Stunde super zu schaffen.

Der zweite Tag startet recht früh für uns. Kurz nach 8 Uhr, noch das gute Frühstück geniessend, holt uns unser Transfer zum Autoverleiher ab. Nach dem üblichen Papierkram bekommen wir eine Stunde lang unsere Jeeps erklärt … vom Reifenwechsel, Druck ablassen und wieder neu aufpumpen (zum Fahren auf den gravel roads), Zelt auf- und abbauen und dem Camping Equipment kennen wir nun unsere beiden Allrad Fahrzeuge recht gut und sollten für „alle“ Eventualitäten gewappnet sein. Mindestens noch eine Stunde hat dann unser erster Camping Gross Einkauf im Superspar noch gekostet, Danke an Christina für die hilfreiche Einkaufsliste für den Ersteinkauf.

Und dann rollen wir los. Erst gilt es die Aussenbezirke Windhoeks zu meistern … gutes Training für den hier geltenden Linksverkehr. Wie meistert man das Abbiegen und vor allem die Kreisverkehre …. es geht andersrum hindurch! Dann schlängelte sich die Strasse zwischen Felsen hindurch in die Kalahari und führt dann schnurgerade auf unseres ersten Etappenziel Mariental zu.

Kurz vor der Siedlung biegen wir von der Hauptstrasse ab und fahren 20 Kilometer in die rote Dünenlandschaft der Kalahari zu unserem ersten Stellplatz für die Nacht hinein. Unsere Campsite liegt etwas abseits einer grösseren Lodge, was für uns den Vorteil bringt, dass wir die angebotene sundowner Tour mitnehmen können. Wir sind zwar etwas verspätet, aber mit 6 Reisenden eine ausreichend grosse Gruppe für einen eigenen Safari Jeep und einen Guide, der zügig mit uns in die Dünenlandschaft fährt und uns erste tolle afrikanische Momente beschert. Die Sonne steht knapp über dem Horizont und taucht die mit Grässern und Büschen bedeckte Wüstenlandschaft in ein goldiges Licht. Der Sand färbte sich in dunklen Rottönen.

Als erstes entdecken wir einen einzelnen Springbock, dann quert ein ganze Herde dieser Tiere, immer wieder hoch aufspringend, unseren Pfad. Thomas stellt sich als erstklassiger Tierbeobachter heraus, zuerst entdeckt er den Vogel Strauss (und dann immer mehr), eine Oryx Antilope (auch da dürfen wir 4 bis 5 Tiere aus der Nähe beobachten), Gnus und Eland Antilopen. Gekrönt wird der Ausflug von Giraffen … fast zum Greifen nah an unserem Jeep.

Den obligatorischen sundowner GinTonic geniessen wir auf einem rotsandigen Dünenkamm und schauen der Sonne bewundernd beim untergehen und dem spektakulären Farbspiel in der Wüste zu. Schattenschnittartig zeichnet sich am Horizont der Kamm der nächsten Düne ab.

Als wir wieder unsere Campsite erreichen wölbt sich bereits die Galaxie am dunklen Nachthimmel über unsere Jeeps. Das gibt uns die Gelegenheit das erste Mal unsere Dachzelte im Licht unserer Stirnlampen aufzubauen … wir haben es in Rekordzeit geschafft und schlafen nun mitten in Namibia.

7 Gedanken zu “Strasse ins „Nichts“

  1. Ihr Glücklichen! Wundervollen Aufenthalt und tolle Eindrücke wünsche ich euch. Wann wird die Erstausrüster-Einkaufsliste gepostet und wer ist die Nummer 6 in eurer Kleingruppe?
    LG Martin

    Gefällt 1 Person

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